A Travellerspoint blog

Mar 2007

von Brasilien quer durch Uruguay nach Montevideo

Liebe Freunde,
der Wechsel nach Brasilien und Uruguay war eine gute Idee, denn die Strassen waren zum einen viel besser und zum anderen auch fast ohne Verkehr.
Grosse Hoehpunkte gab es nicht, die Landschaft ist flach huegelig, hauptsaechlich Kuhweide und zwischendurch riesige Flaechen mit Soja, Mais, Reis und Getreide, zum teil abgeerntet, denn hier wird es Herbst. Wald ist immer als Plantage angelegt, in der Regel Eukalyptus.
Mit diesem Zeug wird langsam die ganze Welt verseucht.
Erstaunlich ist, dass es hier viele Thermen gibt, die Quellen laufen dann in ein paar Schwimmbecken, mitten in der Landschaft, kaum Besucher.
Temparaturen meist immer noch ueber 30 Grad, bei Wolken leicht darunter.
Ich bin gestern bis auf 90 km an Montevideo herangekommen, und heute frueh um 4 begann es zu regnen, aufgehoert hat es den ganzen Tag noch nicht, und die naechsten 2 Tage solls so weitergehen. Bin deshalb den Rest mit dem Bus gefahren, dadurch hab ich mir ca. 60 km Stadtautobahn erspart, die keinen Seitenstreifen hat. Das waere auch zu gefaehrlich geworden, insofern bin ich dem Regen dankbar.
Ich werde nun 2 Tage die Stadt ansehen - nachdem was ich auf den ersten Blick heute sah, lohnt es sich wirklich.
Die meisten Gebaeude stammen aus der Jahrhunderwende, teilweise
Neoklassizistisch, teilweise Jugendstil - bei uns in der Vielfalt nicht zu finden, da die meist durch den Krieg zerstoert wurden.

Bei blesch-web.de gibts ein paar Bilder.

Herzliche Gruesse - Gerhart im Endspurt

Posted by gerhart 1:13 PM Comments (1)

Missiones, Corrientes - Brasilien

Weltkulurerbe europaeischer Habsucht

Liebe Freunde,
die naechstens 2 Wochen gibts hier keine Bilder, habe mein Kontingent erschoepft und kann erst wieder im April welche hochladen. Ich versuche, ein paar Bilder unter www.blesch-web.de
einzustellen.
Kurzer Bericht der letzten Woche:
Von den Wasserfaellen bin ich Richtung Sueden gefahren, erst entlang des Parana, dann auf die andere Seite der Provinz Missiones zum Rio Uruguay.
Das Land ist sehr fruchtbar, dunklerote Erde und sehr huegelig. Eben gibt es garnicht, entweder bergauf oder bergab, immer so ca. 50 hm.
Auf 100 km ca. 1300 Hoehenmeter, obwohl man immer auf einer Hoehe bleibt.
Habe dann San Ignazio Mini besucht, ein Welkulturerbe.
Das sind die Reste eine Jesuitenmission. Die Jesuiten hatten von ca. 1650 bis ca. 1770 hier missioniert, zwischen den Fluessen, in Norden in Paraguay und im Sueden in Brasilien. Ca. alle 80 km gab es eine Mission, Kirche mit Wohnhausern fuer die Indios, bestimmt an die 1000 Menschen konnten da leben. Von diesen Stetten gab es ca 40 Stueck, es war ein Indio-Land in der Groesse Deutschlands, wo die Indios im Ackerbau und Handwerk ausgebildet wurden. Es waren Steinhauser und grossartige Kirchen, ringsum fruchtbare Aecker.
Aber die Habsucht gewann die Oberhand: Auf Wunsch der Reichen und Anordnung des spanischen Koenigs wurden die Jesuiten vertrieben, die Missionen zerstoert, die Indios versklavt, denn sie waren sehr begehrt, weil sie im Gegesatz zu den Afrikanern ausgebildet waren und gute Preise brachten.
Sie durften dann als Sklaven auf dem eigenen Land arbeiten.

Weiter gings in die Privinz Corrientes, da wird die Erde sandig, es gibt viele Suempfe (mit kleinen Krokodilen, die liegen ueberfahren am Strassenrand), fast nur Grasland mit vielen Rindern.
Hier ist es wieder flacher, aber windig - so kommt man auch nicht schneller voran, denn ich habe nur Gegenwind.
Jetzt bin ich an der Grenze nach Brasilien, ich gehe ueber den Urugay nach Uruguaiana, eine Stadt in Brasilien und von dort nach Bella Union im Land Urugay.
Schaut mal auf die Seite Blesch-web.de, da sind Bilder.
Gruss Gerhart

Posted by gerhart 6:18 AM Comments (0)

In den Tropen

Urwald und Wasserfaelle

Hallo liebe Freunde,
von Mendoza nach Nordosten mit Ziel Puerto Iguazu bin ich weitermit dem Bus gefahren - nocheinmal 36 Stunden Fahrzeit, 2 Naechte und 1 Tag. Zu sehen geb es jede Menge - total verschiedene Landschaften von trockener Steppe ueber hohe Berge, riesige Mais - Soja - Zuckerrohrplantagen bis zu dichtem Urwald.
Jetzt bin ich in Puerto Iguazu, auf einem ausgesprochen schoenen Campingplatz mit Laden, Restaurant, Pool und schoenen Sanitaereinrichtungen, so siehe ich dort aus
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Iguazu liegt iam nordoestlichen Zipfel der Provinz Missiones zwischen Paraquay und Brasilien.
Heute war ich im Nationalpark bei den Wasserfaellen - ich bin absolut begeistert, ich habe sowas ja auch noch nie gesehen.
Tropischer Urwald, mit undurchdringlichen Schlingplanzen, Bromelien, Philandendrons und jeder Menge anderer Schmarotzer auf den Baeumen, tiefes dunkelgruen - einfach ueberwaeltigend.
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der absolute Hoehpunkt waren aber die Wasserfaelle.
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Mitten im Urwald, und doch ueber Stege sehr gut erreichbar, stuerzen riesige Wassermengen in Kilometerlanger Breite und sehr vielen Faellen in die Tiefe
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Ich habe fotografiert wie verrueckt, leider kann ich euch nicht so viele Bilder zeigen wie ich moechte, weil der Platz hier beschraenkt ist. Es gab wunderschoene Blueten, viele bunte Schmetterlinge und interessante Voegel. Solche Viecher fressen die Samen in den Baemen
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Und damit ihr nicht vergesst, wie ich aussehe, nochmal ein Selbstbildnis
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Moergen werde ich nochmal hingehen, dann habe ich ca. 1500 km entlang des Rio Parana und des Rio Uruquay bis Buenos Aires vor mir.
Herzliche Gruesse Gerhart

Posted by gerhart 2:51 PM Comments (1)

Chile Ade - Pucon nach San Martin de los Andes-Mendoza

ueber den Pass Malu nach Argentinien

Hallo Freunde, nachdem ich heute wieder ein Internetcafe gefunden habe, das schnell genug ist, Bilder hochzuladen, gibts gleich 2 Berichte.
In Pucon habe ich fast 3 Tage verbracht, es ist eine wunderschoene Stadt in einer Berglandschaft, die sich durchaus mit deutschen Kurstaedten messen kann - ich habe scherzhaft gesat, es ist das Baden-Baden Chiles, und das Casino ist auch geplant.
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Wahrzeichen ist der Vulkan Villarica, der unmittlbar hinter dem Ort liegt. Er ist wunderschoen, man kann sich nicht sattsehen an diesem gleichmaessigen Kegel mit dem weissen Dach und der staendigen Rauchfahne.R0010491.jpg
Man hat schon ein Gefuehl der Zerbrechlichkeit, wenn man bedenkt, dass ein paartausend Meter unter uns solche Gluten herrschen und darauf diese par Schollen treiben, die unsere Kontinente sind. Gerade weil man mit dem Fahrrad in relativ kurzer Zeit einen Kontinent durchfahren kann, ist einem viel bewusster, wie klein unsere Welt ist.
Am Ort sind 2 Seen, die einen wunderschoenen Strand aus schwarzem Vulkangries haben, eingebettet in die gruene Landschaft. Es gibt 2 Nationalparks, einer ist ueber diese Bruecke zu erreichen
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geschlafen habe ich auf einem schoenen Campingplatz mit Bach im Hintergrund
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Dann gings die Passtrasse Richtung Argentinien ueber die Anden.
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Geschlafen habe ich in dieser Huette mit Wohn- und Schlafzimmer, kurz vor der Passhoehe
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Man hat noch den lebendigen Vulkan Villarica (letzter Ausbruch ca.1970) im Auge, ist man schon am naechsten Vulkan, dem erloschenen Lanin
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Die Fahrt auf der Schotterstrasse ist anstrengend, es ist sehr steil, ich musste grosse Stuecke schieben.
Belohnung hierfuer doppelt auf der Passhoehe:
ein herrlicher, ganz einsam liegender See
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und viele Araukanen, das sind Baeume aus der Urzeit, die nur auf einem kleinen Teil Chiles und Argentiniens wachsen.
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Diese Baeume haben einen beschraenkten Lebensraum, werden uralt, wachsen sehr langsam und haben daher als Forstpflanze keinen grossen Nutzen. Daher wurden viele gefaellt, sie sind vom Aussterben bedroht. Auf argentinischer Seite werden auf den Plaetzen, wo frueher Aurekanen wuchsen, Kiefern aufgeforstet.
Die Aurekanen sind vom Aussterben bedroht, obwohl sie frueher eine der Hauptnahrungsquellen der Mapuche wahren, denn sie haben viele grosse Samen (wie Bucheckern in Walnussgroesse), die gekocht wie Esskastanien sind. Die Samen werden zudem aufgesammelt und im Laden Kiloweise als Nahrung verkauft, was zu einem weiteren Rueckgang fuehrt.
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Erstaunlich war wieder der Uebergang von Chile nach Argentinien:
Exakt auf der Passhoehe endet die ueppige Vegetation und geht in trockenes Bergland ueber - so sehr ist der Argentinische Teil duch die Anden vom Regen abgeschnitten.
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Auf argentinischer Seite habe ich San Martin de los Andes besucht, einen Kurort mit See und viel gruen- weil er noch im Regenbereich liegt. Ich glaube, dass das der einzige Platz mit viel Vegatation im suedlichen Andenbereich Argentniens ist.
Von dort gings mit dem Bus nach Mendoza - das ist die Weinhauptstadt Argentniens. Hier bin ich wieder voll im Hochsommer.
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Viele Gruesse Gerhart

Posted by gerhart 9:39 AM Comments (0)

Schwester Ceciliana

eine Frau aus Lauda bewirkt in Chile erstaunliches

Hallo Freunde,
ich habe schon gemerkt, dass es in Lauda einige Neugierige gibt, die etwas ueber die Laudaer Schwester wissen moechten.
Ueber meinen Besuch berichte ich gerne, denn ich wurde herzlich empfangen und habe von Schwester Ceciliana viel erfahren und viel gelernt.
Nun moechte ich sie kurz vorstellen, und ich hoffe, dass Schwester Ceciliana mir nicht boese ist, wenn ich ueber sie schreibe.
Schweste Ceciliana wurde 1920 in Lauda als Marianna Neckarmann geboren. Schon als junges Maedchen trat sie der Kongregation der "Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu" in Gengenbach bei und wurde als Lehrerin ausgebildet. Anfang der 50er Jahre wurde sie nach Chile beordet, wo sie viele Jahre als Leiter der Schule mit Internat geholfen hat, chilenische Kinder - viele Mapuche - auszubilden.
Da ihr deutsches Studium nicht anerkannt wurde, musste sie in Chile nochmal die komlette Lehrerausbildung an der Univeristaet absolvieren.
Ihr ganzes Leben lang hat sie so geholfen, den Kindern der armen und ungebildeten Urbevoelkerung zu einem menschenwuerdigen Leben in der von Europaeern dominierten Gesellschaft zu verhelfen.
Ende der 80er Jahre kam sie fuer 5 Jahre nach Deutschland an ihr Mutterhaus zurueck, um die Koordination mit Chile aufrechtzuerhalten. Dann zog es sie wieder nach Chile zurueck, wo sie jetzt schon 10 Jahre eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe hat.
Sie ist Mitglied des Convents Pucon, Leitet das Casa Nazareth und ist verantwortlich fuer die Pflege von Patenschaften von deutschen
Menschen, die fuer ein chilenisches Kind die Patenschaft uebernommen haben und diesem so helfen, eine gute Ausbildung zu erhalten.
Den ganzen Schriftwechsel, die Uebersetzungen der Korrespondenz der Patenkinder, die Auszahlung der Stipendien, der Kontakt nach beiden Seiten - alles liegt in ihren Haenden. So konnte sie schon 65 Kindern zu einer Graduation an der Uni verhelfen, neben vielen anderen, die es immerhin zur mittleren Reife oder zum Abitur gebracht haben.
Wie wenn das nicht genug waere, gibt sie auch noch im Haus Nazareth taeglich ein Abendessen fuer 50 Kinder aus, die zuhause keine ordenliche Ernaehrung bekommen koennen.
Nun mal ein Foto von Cecilia
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und das ist das Haus Nazareth, in dem die Kinder ihr Essen bekommen
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gekocht wird mit 3 Helferinnen in der Schulkueche
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Ein Teil des Essens wird mit einem Bazar finanziert, wobei aus Deutschland gespendetete Kleider verkauft werden
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Das ist die Kirche Nazareth, ein sehr schoener BauR0010472.jpg
und das von innen
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Man kann Schwester Ceciliana nur danken fuer das grosse Engagement, das sie in einem Alter aufbringt, wo andere schon 20 Jahre in Rente sind. Ich bringe ihr alle Hochachtung entgegen.
Hier noch ein schoenes grosses Kreuz, das ganz oben auf der Passhoehe steht.
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Das Kreuz hat der erste chilenische Kapuziner geschnitzt, Bruder Francisco Valdés Subercaseaux, der 13 Jahre in Pucón Missionspfarrer war und dann Bischof in Osorno wurde.

Posted by gerhart 8:44 AM Comments (0)

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