A Travellerspoint blog

Chile Ade - Pucon nach San Martin de los Andes-Mendoza

ueber den Pass Malu nach Argentinien

Hallo Freunde, nachdem ich heute wieder ein Internetcafe gefunden habe, das schnell genug ist, Bilder hochzuladen, gibts gleich 2 Berichte.
In Pucon habe ich fast 3 Tage verbracht, es ist eine wunderschoene Stadt in einer Berglandschaft, die sich durchaus mit deutschen Kurstaedten messen kann - ich habe scherzhaft gesat, es ist das Baden-Baden Chiles, und das Casino ist auch geplant.
R0010477.jpg
Wahrzeichen ist der Vulkan Villarica, der unmittlbar hinter dem Ort liegt. Er ist wunderschoen, man kann sich nicht sattsehen an diesem gleichmaessigen Kegel mit dem weissen Dach und der staendigen Rauchfahne.R0010491.jpg
Man hat schon ein Gefuehl der Zerbrechlichkeit, wenn man bedenkt, dass ein paartausend Meter unter uns solche Gluten herrschen und darauf diese par Schollen treiben, die unsere Kontinente sind. Gerade weil man mit dem Fahrrad in relativ kurzer Zeit einen Kontinent durchfahren kann, ist einem viel bewusster, wie klein unsere Welt ist.
Am Ort sind 2 Seen, die einen wunderschoenen Strand aus schwarzem Vulkangries haben, eingebettet in die gruene Landschaft. Es gibt 2 Nationalparks, einer ist ueber diese Bruecke zu erreichen
R0010480.jpg
geschlafen habe ich auf einem schoenen Campingplatz mit Bach im Hintergrund
R0010476.jpg
Dann gings die Passtrasse Richtung Argentinien ueber die Anden.
R00104961.jpg
Geschlafen habe ich in dieser Huette mit Wohn- und Schlafzimmer, kurz vor der Passhoehe
R0010493.jpg
Man hat noch den lebendigen Vulkan Villarica (letzter Ausbruch ca.1970) im Auge, ist man schon am naechsten Vulkan, dem erloschenen Lanin
R0010501.jpg
Die Fahrt auf der Schotterstrasse ist anstrengend, es ist sehr steil, ich musste grosse Stuecke schieben.
Belohnung hierfuer doppelt auf der Passhoehe:
ein herrlicher, ganz einsam liegender See
R0010496.jpg
und viele Araukanen, das sind Baeume aus der Urzeit, die nur auf einem kleinen Teil Chiles und Argentiniens wachsen.
R0010499.jpg
Diese Baeume haben einen beschraenkten Lebensraum, werden uralt, wachsen sehr langsam und haben daher als Forstpflanze keinen grossen Nutzen. Daher wurden viele gefaellt, sie sind vom Aussterben bedroht. Auf argentinischer Seite werden auf den Plaetzen, wo frueher Aurekanen wuchsen, Kiefern aufgeforstet.
Die Aurekanen sind vom Aussterben bedroht, obwohl sie frueher eine der Hauptnahrungsquellen der Mapuche wahren, denn sie haben viele grosse Samen (wie Bucheckern in Walnussgroesse), die gekocht wie Esskastanien sind. Die Samen werden zudem aufgesammelt und im Laden Kiloweise als Nahrung verkauft, was zu einem weiteren Rueckgang fuehrt.
R0010504.jpg
Erstaunlich war wieder der Uebergang von Chile nach Argentinien:
Exakt auf der Passhoehe endet die ueppige Vegetation und geht in trockenes Bergland ueber - so sehr ist der Argentinische Teil duch die Anden vom Regen abgeschnitten.
R0010505.jpg
Auf argentinischer Seite habe ich San Martin de los Andes besucht, einen Kurort mit See und viel gruen- weil er noch im Regenbereich liegt. Ich glaube, dass das der einzige Platz mit viel Vegatation im suedlichen Andenbereich Argentniens ist.
Von dort gings mit dem Bus nach Mendoza - das ist die Weinhauptstadt Argentniens. Hier bin ich wieder voll im Hochsommer.
R0010510.jpg
Viele Gruesse Gerhart

Posted by gerhart 09:39 Comments (0)

Schwester Ceciliana

eine Frau aus Lauda bewirkt in Chile erstaunliches

Hallo Freunde,
ich habe schon gemerkt, dass es in Lauda einige Neugierige gibt, die etwas ueber die Laudaer Schwester wissen moechten.
Ueber meinen Besuch berichte ich gerne, denn ich wurde herzlich empfangen und habe von Schwester Ceciliana viel erfahren und viel gelernt.
Nun moechte ich sie kurz vorstellen, und ich hoffe, dass Schwester Ceciliana mir nicht boese ist, wenn ich ueber sie schreibe.
Schweste Ceciliana wurde 1920 in Lauda als Marianna Neckarmann geboren. Schon als junges Maedchen trat sie der Kongregation der "Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu" in Gengenbach bei und wurde als Lehrerin ausgebildet. Anfang der 50er Jahre wurde sie nach Chile beordet, wo sie viele Jahre als Leiter der Schule mit Internat geholfen hat, chilenische Kinder - viele Mapuche - auszubilden.
Da ihr deutsches Studium nicht anerkannt wurde, musste sie in Chile nochmal die komlette Lehrerausbildung an der Univeristaet absolvieren.
Ihr ganzes Leben lang hat sie so geholfen, den Kindern der armen und ungebildeten Urbevoelkerung zu einem menschenwuerdigen Leben in der von Europaeern dominierten Gesellschaft zu verhelfen.
Ende der 80er Jahre kam sie fuer 5 Jahre nach Deutschland an ihr Mutterhaus zurueck, um die Koordination mit Chile aufrechtzuerhalten. Dann zog es sie wieder nach Chile zurueck, wo sie jetzt schon 10 Jahre eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe hat.
Sie ist Mitglied des Convents Pucon, Leitet das Casa Nazareth und ist verantwortlich fuer die Pflege von Patenschaften von deutschen
Menschen, die fuer ein chilenisches Kind die Patenschaft uebernommen haben und diesem so helfen, eine gute Ausbildung zu erhalten.
Den ganzen Schriftwechsel, die Uebersetzungen der Korrespondenz der Patenkinder, die Auszahlung der Stipendien, der Kontakt nach beiden Seiten - alles liegt in ihren Haenden. So konnte sie schon 65 Kindern zu einer Graduation an der Uni verhelfen, neben vielen anderen, die es immerhin zur mittleren Reife oder zum Abitur gebracht haben.
Wie wenn das nicht genug waere, gibt sie auch noch im Haus Nazareth taeglich ein Abendessen fuer 50 Kinder aus, die zuhause keine ordenliche Ernaehrung bekommen koennen.
Nun mal ein Foto von Cecilia
R0010463.jpg
und das ist das Haus Nazareth, in dem die Kinder ihr Essen bekommen
R0010473.jpg
gekocht wird mit 3 Helferinnen in der Schulkueche
R0010464.jpg
Ein Teil des Essens wird mit einem Bazar finanziert, wobei aus Deutschland gespendetete Kleider verkauft werden
R0010466.jpg
Das ist die Kirche Nazareth, ein sehr schoener BauR0010472.jpg
und das von innen
R0010469.jpg

Man kann Schwester Ceciliana nur danken fuer das grosse Engagement, das sie in einem Alter aufbringt, wo andere schon 20 Jahre in Rente sind. Ich bringe ihr alle Hochachtung entgegen.
Hier noch ein schoenes grosses Kreuz, das ganz oben auf der Passhoehe steht.
R0010502.jpg

Das Kreuz hat der erste chilenische Kapuziner geschnitzt, Bruder Francisco Valdés Subercaseaux, der 13 Jahre in Pucón Missionspfarrer war und dann Bischof in Osorno wurde.

Posted by gerhart 08:44 Comments (0)

Puerto Natales Richtung Norden

Schiff und endlich wieder Fahrrad

Liebe Freunde,
heute ein etwas laengerer Bericht, denn zwischenzeilich hatte ich nicht viele Moeglichkeiten, ins Netz zu kommen.
Puerto Natales war mein letzter Ort in Patagonien - Festland, hier nochmal ein Bild vom Pier mit Kormoranen
R0010386.jpg
Mittags hat das Faehrschiff angelegt, mit dem ich nach Puerto Montt
3 Tage lang gefahren bin
R0010398.jpg
Das Schiff hat LKW, Viehtransporter und ca. 100 Passagiere an Bord
R0010434.jpg
Eine wirklich tolle Fahrt durch die Inselwelt im suedlichen Chile, eine traumhafte Landschaft mit engen Kanaelen, durch die das Schiff geradeso durchkommt.
R0010442.jpg
Zwischendurch konnte man wieder mal einen Gletscher sehen, der sein Schmelzwasser direkt in den Fjord fliesen laesst
R0010412.jpg
Voin Puerto Montt bin ich nach Osorno mit dem Rad, die Landschaft ist vergleichbar mit den Weiden in Niedersachsen - viele Rinder, leichte Huegel. Die Stadt hat deutschen Ursprung, aber es ist nicht mehr viel davon zu sehen, viele haesslich Haeser und Huetten, alles vollgepackt mit Waren - man kann sich kaum vorstellen, dass so viele Laeden existieren koennen.
Das ist der Vulkan Osorno
R0010452.jpg
Ich bin gleich weiter nach Norden ins Gebit der Seen- Los Lagos.
Da ist es wieder laendlich, viele Rinderfarmen, Berge und Seen - ein traumhaftes Stueck Erde
R0010458.jpg
In Panguipulli habe ich diese schoene Holzkirche gesehen
R0010456.jpg
Von dort gings weiter Richtung Villarica und Pocon- auch hier wieder ein Vulkan, R0010461.jpg
Man kann den Rauch, der aus dem Krater kommt, gut sehen.
Hier werde ich Schester Ceciliana besuchen, das gibt einen extra Bericht.
Vile Gruesse an euch alle, geniesst den regnerischen Vorfruehling, bald wirds wieder schoen.

Gerhart

Posted by gerhart 13:33 Comments (0)

Ushuaia - Torres del Paine

Abschied vom Feuerland

sunny 15 °C

Hallo liebe Freunde,
Feuerland heisst das, weil die Ureinwohner immer grosse Feuer unterhielten, damit die Nachbarn sie sehen konnten - oder damit sie ihr Nest wieder fanden.
Ich hab mich zuenftig verabschiedet, und zwar damitR0010349.jpg
So sah er vorher aus, und so zusammen mit einer Flasche Chardonnay
R0010343.jpg
Wenn man schon King Crabs essen will, dann hier, wo sie die letzten paar tausend aus dem Meer holen und in alle Welt verschicken.

Dann gings mit dem Bus und einer Zwischenuebernachtung in Punta Arenas nach Puerto Montt zurueck.
Dort habe ich mein Fahrrad aus dem Verschlag geholt und bin zum Nationalpark Torres del Paine geradelt, 150 km, die ersten 85 am Nachmittag, je ein Drittel Asphalt, Schotter und Baustelle.
Baustelle heisst hier Notstrasse neben der Nchotterstrasse, die gerade hergerichtet und betoniert wird. Eng und staubig und viel loser Schotter.
Fuer die weiten 65 km habe ich 12 Stunden gebraucht - saukalter Gegenwind in einer Staerke, dass man bergab stehen blieb, wenn man nicht mit kleinem Kettenblatt getreten hat. Ich bin aus den unteren Gaengen nicht herausgekommen, aber die Landschaft ist grossartig
R0010363.jpg
Man sieht manchmal Nandus - die sind scheu, konnte kein vernuenftiges Bild machen, und viele Guanacos
R0010369.jpg
Das sind Bilder von dem beruehmten Torres-Massiv, man muss sich vorstellen, dass diese Tuerme von den Gletschern geformt wurden.
R0010370.jpg
Dahinter sind ja hunderte von Kilometern lange Gletscher - das patagonische Inlandeis, drum auch der eiskalte starke Wind.
R0010372.jpg
Immerhin hatte ich das erste mal im Leben einen ueberdachten Zeltplatz mit Windschutz
R0010377.jpg
Das sind die letzten Bilder vom Festland, uebermorgen gehts auf ein Schiff, das von Freitag bis Montag die Chilenischen Kanaele bis Puerto Montt hochfaehrt.
Alle Leute, die damit gefahren sind, haben in hoechsten Toenen geschwaermt - ich bin mal richtig gespannt.
Bis dann viele Gruesse von Gerhart

Posted by gerhart 15:13 Archived in Chile Tagged backpacking Comments (3)

Ushuaia

Am suedamerikanischen Ende der Welt

overcast 15 °C

Fine del Mundo - so schreiben die Argendtinier hier.
Aber der suedliche Zipfel von Argentinien ist recht lebendig. Feuerland ist regenreicher als der Norden, daher gibt es viele Schaf und Rinderweiden.
Ushuaia ist wesentlich groesser, als in den Reisefuehren beschrieben, die Stadt ist kraeftig am wachsen, mit dem Tourismus. Darauf ist hier alles abgestmmt.
Das ist die Sicht von obenR0010335.jpg
Es gibt eine Hauptstrasse, wo fast alles zu kaufen ist und einen Hafen, wo auch die grossen Kreuzfahrschiffe anlegen, die duch den Beagle-Kanal kommen
R0010323.jpg
Gestern war ich im hiesigen nationlpark, ca. 20 km ausserhalb. Dort habe ich auch in einer Art Huette mit Stockbetten uebernachtet.
Ich bin auf einen Berg gestiegen, war recht anstrengend, weil es duch ein Hochmoor ging, Aber wunderschoene Moose
R0010339.jpg
gab es in dem feuchten Sumpf, man bekam ordentlich nasse Struempfe.
R0010340.jpg
Aber oben hatte man eine wunderbare Sicht.
R0010338.jpg
Hier seht ihr mich, geblendet von der schoenen Aussicht. Eine der Inseln, die letzte, die man nur ahnen kann ist Kap Horn.
R0010337.jpg
Zu essen gibts hier natuerlich auch - was sonst als Laemmer, schliesslich wachsen die hier tausendfach.
R0010328.jpg
Heute bin ich wieder in der Stadt, und morgen gehts zurueck nach Puerto Natales, dort werde ich wieder aufs Fahrrad steigen, um in den Nationalpark Torres del Paines zu fahren.

Was ich auch noch sagen wollte- Vielen Dank fuer eure mails und Gaestebucheintraege, ich freu mich ueber jede Nachricht von euch.

Viele Gruesse Gerhart

Posted by gerhart 07:24 Archived in Argentina Tagged backpacking Comments (0)

(Entries 6 - 10 of 21) « Page 1 [2] 3 4 5 »